Tourenbericht Bergclub Bern
zurück
Strönerfurka-Rimella-Colle Baranca, 10.-11.9.2006
1. Tag:
14 Unternehmungslustige, Ossola-Fans oder sonst Wanderfreudige scharten sich am Sonntagmorgen im Bahnhof Bern um Berthi Schaller. Mit Cisalpino, Lokalzug und Privatbus gings zügig nach Forno im Valstrona. Im Albergo Leone stärkten wir uns mit Cappuccino und Torta "fata in casa" (Geheimtipp) und verscheuchten die letzten Anzeichen von Müdigkeit und Trägheit. Um 11.30 gings auf Schusters Rappen nach Campello Monti, wo wir im Schatten der Chiesa einen Mittagshalt machten. Obwohl der weiterführende Weg oft im Wald verlief drückte die Wärme mit voller Mittagskraft auf unsere Schweissdrüsen.....alles hat seinen Preis!
Immer wieder kamen wir an kleinen Streusiedlungen mit Alphütten vorbei und unsere Blickten schweiften über grüne Weiden, steile Hänge, schroffe Berge und übers Tal unter uns.
Und dann, am späteren Nachmittag erreichten wir auf 1924 m den Pass, die Strönerfurku mit den Walserinschriften, dem Altartisch und einem Weitblick, der alle Mühen des Aufstiegs vergessen lässt. Trotz Wolken über der Monte Rosa Gruppe liess sich kurz die Dufourspitze erkennen.
Oberhalb dem reizenden Dorf San Gottardo hielten wir bei der Totenraststätte oder auf walserisch "Töturaste"inne: im Frühjahr wurden jeweils die im Winter verstorbenen von Campello Monti hieher gebracht und von da in feierlicher Prozession nach Rimella geleitet, wo sie zu ewigen Ruhe gebettet wurden.
In Gedanken versunken, aber meist leichten Schrittes ging's unserem Etappenziel Rimella entgegen, wo wir um 18.30 Uhr im Albergo Fontana Rimella eintrafen und herzliche Gastfreundschaft erlebten:
Nach einer erfrischenden und belebenden Dusche genossen wir das 12(!) -Gang-Menü und angeregt plaudern verflog der Abend im Nu! Müdig, aber glücklich über den gelungenen und erlebnisreichen Tag sanken wir ins Bett und träumten dem nächsten Wandertag entgegen. Danke Berthi für die umsichtige, Organisation und Führung der Tour!
Elisabeth

2. Tag:
Bereits um 05.00 Uhr war Tagwacht. Trotz des Viel-Gang-Menues vom Vorabend genossen wir das reichhaltige Frühstück mit einem ganz tollen Capuccino. Ganz herzlich wurden wir verabschiedet, teils sogar mit einem Espresso! Noch fast im Finstern brachte uns der Bus nach Sta Maria. Nun gings hinein in das wilde Mastallonetal, auf typischem Walserpfad vorbei an Alpen und Weiden hinauf zum Lago und Colle Baranca auf 1818 m. Der Himmel war etwas bewölkt, doch wir konnten beim ausgiebigen Halt auf der Alpe Sella die alten Häuser und Schafherden betrachten. Nach steilem Abstieg durch das Valle Olocchia erreichten wir das Dorf Soi di dentro, wo wir mit einem tollen Mittagessen (Pizzocheri oder Pilzreis) überrascht wurden. Hier gabs auch ein Wiedersehen mit Hans Schmid und Begleiter, die von Pontegrande aus den Weg hinauf unter die Füsse genommen hatten. Bald heissts Abschied nehmen von diesem Flecken Erde. Nun konnten wir einen wiederhergestellten „alten“ Weg begehen. Der Besuch bei „Maria zum Schnee“ in Bannio rundete diese 2-tägige Wanderung ab. Glücklich und voller Dankbarkeit kehrten wir nach Bern zurück.
Capo Berthi, Du hast alles bestens vorbereitet und die beiden Tage wurden zum unvergesslichen Erlebnis. Herzlichen Dank!
Dein Walserfan
Adeline Hug