Trotz verspäteter Ankunft des Zuges aus Bern brachten uns die Busbetriebe fast fahrplangerecht zum Ausgangspunkt der heutigen Wanderung auf dem Simplonpass. Im Hotel Monte Leone stärkten wir uns, wie üblich, vor dem Einstieg in die Wanderung mit Kaffee und Gipfeli. Die Wandergesellschaft zeigte sich bei bester Laune, was ja bei diesem prächtigen Wetter eine Selbstverständlichkeit ist. Unter der kompetenten Leitung von Marianne Sarbach, tatkräftig unterstützt von ihrem Ehemann Adolf, starteten wir auf dem Rundweg Richtung Staldhorn. Auch hier herrschen nicht gerade üppige, sondern für die Region eher karge Schneeverhältnisse. Vormittags sind diese jedoch ideal zum Schneeschuhwandern. In den noch fast frostigen Nächten erhärtet sich nämlich der tagsüber sulzig gewordene Schnee, so dass das Wandern ein Leichtes ist. Bald erreichte die illustre Schar den höchsten Punkt der heutigen Wanderung, ziemlich genau unter dem Tochuhoru. Die Sonne wärmte schon mit beachtlicher Kraft und liess uns die dem Simplongebiet eigenen Windverhältnisse vergessen. Nach kurzer Trinkpause wanderten wir Richtung Hopschelsee und erreichten bald nachher einen windgeschützten Ort für die Mittagsrast. Nachher führte uns Marianne zum Steinadler, dem Symbol der Wachsamkeit und Wahrzeichen des Simplonpasses. Auf dem Sockel findet sich die Inschrift: «In der Freiheit der Berge steht es. Ein wichtiges Mal aus hartem Granit. Ein Gedenken treuer Pflichterfüllung. Ein dauerndes Mahnen, willig und wach zu sein für unsere Freiheit». Kurze Zeit später erreichten wir das Tagesziel beim Sommersitz von Hans und Berti Michlig (Hans ist ein Bruder von Rudi Michlig). Hier wurden wir mit warmem Wein, Hobelkäse, Weisswein, Teewein und selbstgebackenen Köstlichkeiten grosszügig verwöhnt. Viel zu früh mussten wir die gemütliche Stimmung verlassen um uns rechtzeitig bei der Busstation einzufinden. Schliesslich wurde der Fahrplan schon am Vormittag ganz gehörig zu unseren Gunsten strapaziert. Inspiriert von einem tollen Wandererlebnis in prächtiger Bergwelt traten wir die Heimreise an. Herzlichen Dank Marianne und Adolf für die motivierende Art der Wanderleitung sowie Hans und Rudi Michlig und Hanspeter Arnold für den grosszügigen Empfang. Res Bolliger
Fotos von Doris Boss und Susanne Rychener