Prada - das verlassene Dorf 19.05.2026

Kurzbericht über Wanderung vom 19. Mai 2026 mit dem Bergclub Bern:

Unterwegs im Tessin zum verlassenen Dorf Prada
Auf der langen Anfahrt in den Süden konnten wir kurz vor Luzern den Nebel überm Mittelland hinter uns lassen. Als der Schnellzug den Gotthardtunnel verliess, empfing uns die Sonne im Tessin. Nach dem Startkaffee in einer Pasticceria beim Bahnhof in Bellinzona machte sich die Gruppe unter Leitung von Bethli Lüdi dann auf den Weg zum verlassenen Dorf Prada.
Der Weg führte uns durch enge Gassen und über unzählige Steintreppen stetig ansteigend zuerst hinauf zum Castello di Sasso Corbaro. Die gegen Ende des 15. Jahrhunderts auf einem Felssporn östlich der Altstadt erstellte Burg hiess ab 1506 Castello di Unterwalden (Schloss Unterwalden), abgeleitet vom damaligen Besitzer, dem eidgenössischen Stand Nidwalden. Von den Zinnen des Castello Sasso Corbaro, was Rabenfelsen heisst aus dem Italienischen übersetzt, geniesst man einen wunderbaren Blick auf die Magadinoebene bis zum Lago Maggiore oder hinauf in Richtung der Leventina und dem San Bernardino. Beim Verlassen der Burg gesellte sich auch noch eine verspätete Teilnehmerin zur Wandergruppe.
Ihr Weg führte durch Kastanienwälder weiter hinauf bis gegen 600 Meter über Meer. Dort bekamen wir auf einer Lichtung Mauerüberreste zu Gesicht und einen Baukran. Denn beim früheren Dorf Prada, das einst gegen 200 Bewohner zählte, Mitte des 17. Jahrhunderts aber aus bisher nie geklärten Gründen – mitgespielt haben könnte die Pest – verlassen wurde, laufen Konservierungsarbeiten an den Überresten der alten Steinhäuser. Erhalten geblieben ist daneben die Kirche San Girolamo e Rocco. Ihr wurde 1816 aus den Steinen der schon lange verlassenen Häuser ein Glockenturm angebaut.
Nach der Mittagsrast auf dem Platz neben der Kirche machten wir uns auf den Rückweg. Er führte über Scarpapè, wo bei einer orangen Villa nebst Ferienwohnungen auch Bienenhonig zum Verkauf angeboten wird, zu den Orten Motti und Lôro. Diese liegen eingangs zum Val Morobbia oberhalb von Giubiasco. Über teils sehr steile Steinpfade erreichten wir in unseren Zielort. Da genossen wir erneut in einer Pasticceria den Schlusstrunk, ehe wir uns gestärkt auf den Weg zum Bahnhof und die lange Heimfahrt machten. Andreas Tschopp, Thun

Merci dem Berichte-Verfasser

Foto von Gruppen-Teilnehmer/INNEN -MERCI