Strahlegghorn 08.-09.08.2026

Am Samstag machen wir uns erst gegen neun Uhr an die Anreise in Richtung Grindelwald und können den Hüttenaufstieg um kurz nach 11 Uhr von der Bergstation Pfingstegg beginnen. Bis zum Berggasthaus Bäregg verläuft der Wanderweg teils noch im Schatten, bevor uns die Hitze in Kombination mit dem steilen und teils ausgesetzten und kettengesicherten Aufstieg den Schweiss auf die Stin treibt. Auf der Schreckhornhütte angelangt erfreuen wir uns über einen köstlichen Sirup bei genialer Bergkulisse. Leider kann uns das Hüttenwartteam zu den Bedingungen unserer geplanten Tour keine genaue Auskunft geben. Offenbar wurde die Überschreitung dieses Jahr erst einmal verwirklicht.
Um halb sechs Uhr machen wir uns in der sonntagmorgendlichen Dunkelheit auf den Weg. Am Mittellegigrat des Eigers sind bereits viele Lichter zu erkennen während wir aufs Obers Ischmeer absteigen. Dieser Gletscher ist an der entsprechenden Stelle relativ flach und komplett aper und kann problemlos ohne Seil und Steigeisen überwunden werden. Vom Gletscher geht es durch teils loses Geröll empor und weiter mit einem Fixseil steil hinauf. Weiter führen uns mehr oder weniger gut sichtbare aber stets teile Wegspuren bergauf, bis wir beim Gaagg auf knapp 3200 Metern anseile und einen weiteren Gletscher betreten, der uns zum Strahleggpass führt.
Von diesem Punkt auf 3333 Metern Höhe beginnt eine genussvolle Kletterei über einen wunderschönen Grat, teils auch daneben durch eine Flanke. Schliesslich erreichen wir den Gipfel des Strahlegghorns und sind von der genialen Aussicht überwältigt. Glücklich und mit viel Genuss geniessen wir einen Snack, bevor wir uns an den Abstieg machen.
Durch Geröll und über ein um die 40° steiles Schneefeld steigen wir über die Südflanke ab. Anschliessend beginnt die Wegsuche durch eine felsige und teil glattpolierte Felslandschaft. Schliesslich finden wir einige Wegspuren, die uns am Platz der ehemaligen Strahlegghütte vorbei wieder auf den Gletscher und so zurück zur Schreckhohrnhütte führen, wo wir uns mit einer wohl verdienten Suppe versorgen. Einzig der anschliessend folgende Hüttenabstieg hätte etwas kürzer sein dürfen… Gut 2500 Höhenmeter Abstieg vom Strahlegghorn sind dann doch spürbar. Und trotzdem voll und ganz lohnend für diese genussvolle Hochtour!